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Mietenlast für Studierende in Bayern: München an der Spitze, Augsburg zeigt die Engpässe

09. Oktober 2026

WG-Zimmer in Bayern sind teuer und knapp

Für viele Studierende in Bayern bedeutet die Wohnungssuche eine finanzielle Belastungsprobe. Der aktuelle Studentenwohnreport 2026 des Finanzdienstleisters MLP gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft zeigt: München bleibt deutschlandweit das teuerste Pflaster für WG-Zimmer, doch auch andere Hochschulstandorte in Bayern ziehen den Geldbeutel stark in Mitleidenschaft.

Ein Muster-WG-Zimmer mit 20 Quadratmetern kostet in München im Mittel rund 850 Euro warm im Monat. In Würzburg liegen die Preise bei etwa 548 Euro, in Regensburg bei 512 Euro und in Nürnberg bei 509 Euro. Eine Sonderauswertung für Augsburg ergibt, dass hier Median-Angebotsmieten für WG-Zimmer bei etwa 500 Euro Kaltmiete liegen. Diese Vergleichswerte sind nur eingeschränkt direkt vergleichbar, da manche Auswertungen Warmmieten angeben, andere Kaltmieten ohne Nebenkosten.

Knappes Angebot trifft auf hohe Nachfrage

Besonders kleine, für Studierende relevante Wohnungen machen in Augsburg nur rund 13 Prozent der Inserate aus. Das Institut der deutschen Wirtschaft sieht darin ein begrenztes Angebot, das den Druck auf die Preise erhöht. Die Median-Angebotsmiete liegt bei etwa 17,35 Euro pro Quadratmeter, was einer Kaltmiete von circa 530 Euro pro Wohnung entspricht. Möblierte kleine Wohnungen werden im Schnitt sogar mit 585 Euro Kaltmiete gehandelt.

  • Preisdruck: Qualitativ bereinigte Mieten für studentisches Wohnen stiegen im ersten Halbjahr 2026 im Schnitt um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
  • Längerer Trend: Über drei Jahre betrug der jährliche Anstieg im Schnitt rund 4,0 Prozent.
  • Regionale Unterschiede: München weit vorne, aber auch Städte wie Augsburg, Regensburg und Nürnberg bleiben teuer.

BAföG reicht oft nicht

Die derzeitige BAföG-Wohnkostenpauschale von 380 Euro pro Monat deckt vielerorts nicht die Kaltmiete eines durchschnittlichen WG-Zimmers oder einer kleinen Wohnung. Nur in besonders preiswerten Städten könnte diese Pauschale noch ausreichen. Die Wohnkostenpauschale soll zum Sommersemester 2027 auf 440 Euro steigen; die Erhöhung verzögerte sich wegen ungelöster Finanzierungsfragen in der Koalition.

Selbst Studierende, die den maximalen BAföG-Satz erhalten, müssten in Städten wie Augsburg einen großen Teil des Geldes allein für die Kaltmiete aufwenden. Das wirkt sich nicht nur individuell aus: Wenn Wohnkosten künftig stärker bei der Wahl des Studienorts entscheiden, gefährdet das langfristig die Bildungs- und Wirtschaftsstandorte.

Die Lage bleibt angespannt. Für viele junge Menschen ist die Kombination aus knapper Verfügbarkeit und steigenden Mieten ein entscheidender Faktor, der Studium, Mobilität und Zukunftsperspektiven beeinflussen kann.

Redaktioneller Hinweis: Zahlen basieren auf dem MLP-Studentenwohnreport 2026 und einer Sonderauswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft für Augsburg; Mietangaben beziehen sich auf Neuvermietungsinserate.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: augsburger-allgemeine.de



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